Ems-Zeitung: Ein Tennisheim in Neubörger für Schleiereulen

on 28. 07. 2015
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Neubörger. Der Tennisverein des SV Neubörger hatte schon Schleiereulen am Vereinsheim, als noch das alte Gebäude stand. Vor 15 Jahren errichtete er ein neues Haus – mit Nistkasten. Die Tiere kommen seitdem immer wieder.
Da musste damals nicht lange diskutiert werden, als das Clubhaus des Tennisvereins des SV Neubörger neu gebaut wurde. Dass das neue Gebäude mit einem Nistkasten für die jährlich wiederkehrenden gefiederten Gäste mit eingebaut wird, war selbstverständlich. „Da haben wir Wert drauf gelegt.“ Der Plan ging auf: „Seitdem haben wir jährlich ein bis zwei Eulen“, sagt Stephan Wöste, der noch bis Jahresanfang Vorsitzender des Vereins war. Der Kasten befindet sich auf dem Dachboden, außen ist ein kleines Einflugloch.

Auch vor dem Neubau waren Tiere Thema im Tennisheim, allerdings waren damals häufiger Vögel da. „Ganz zu Anfang waren da Dohlen, aber dann haben wohl die Eulen die Dohlen vertrieben“, sagt Wöste.

Eulen kamen, als der Mensch sesshaft wurde

Aktuell freut sich der 70-Jährige über den Nachwuchs mit den herzförmigen Gesichtern. „Zurzeit sind es drei niedliche Jungtiere.“ „Super“, meint Andreas Schüring vom Naturschutzbund (Nabu) Werlte/Sögel, „das ist etwas ganz Lobenswertes“, sagt er über die Brutstätte beim SV Neubörger und erklärt: „ Die Schleiereule war schon immer dicht am Menschen“, und auch nur in seiner Nähe brüte sie.
Der Menschen wegen kamen die Eulen überhaupt erst nach Mitteleuropa. Als sie sesshaft wurden, fingen sie an mit der Vorratshaltung. Kornspeicher waren eine beliebte Brutstätte – der vielen Mäuse wegen. Heute haben die Schleiereulen eher Probleme, beim Menschen unterzukommen. „Heute haben wir ja keine Vorratshaltung mehr und die modernen Ställe sind außerdem zu.“ Da ist oft kein Unterkommen. Deshalb nehme die Population in Deutschland insgesamt ab. Die Zahl der Eulen wird auf 9000 – 12000 Paare geschätzt. Die meisten gibt es in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen.
Die Tiere sind nicht winterfest

Bis zu acht Eier legt eine Schleiereule - an jedem zweiten Tag eines. Nur 25 Prozent überleben das erste Jahr. Die Tiere werden heute vier bis fünf Jahre alt, könnten aber bis zu 22 Jahre alt werden. Weil sie nicht winterfest sind, ist ihr Überleben ein Kampf. Nach einer um die 40 Tage langen Zeit im Nistkasten werden flauschigen Vögel langsam flügge. „Aber sie fliegen als fertige Eule immer wieder zurück“, erklärt Schüring. So wie zurzeit in Neubörger. Wöste lässt dort jetzt die Fenster im Dachgeschoss auf, damit die Jungen ihr Nest verlassen und tagsüber auf dem Dachboden ruhen können. Eine Woche dauert diese Phase circa laut Schüring noch an. Dann fliegen sie weg und kommen nicht mehr wieder. – Jedes Jahr schlüpfen Jungtiere: Ein Tennisheim in Neubörger für Schleiereulen | noz.de - Lesen Sie mehr auf: http://www.noz.de/lokales/doerpen/artikel/599584/ein-tennisheim-in-neuborger-fur-schleiereulen